Donnerstag, 16. April 2009
Ein Rezept gegen das Aufschieben!
Ich wette, Sie haben das schon mal erlebt. Man soll eine bestimmte Arbeit erledigen und kommt einfach nicht in die Gänge. Es fallen einem tausend Dinge ein, die man schnell vorher noch erledigen könnte, von denen man sich ablenken lässt. Immer wieder schiebt man das Anfangen hinaus. Und dann ist man frustriert, weil man den ganzen Tag gewerkelt, aber kein vorzeigbares Ergebnis hat. Man fragt sich vielleicht: „Was habe ich eigentlich den ganzen Tag gemacht?“ Und mit jedem Tag, an dem man die Arbeit aufschiebt, nehmen Druck, schlechtes Gewissen, Schuldgefühle und vielleicht sogar die Angst, nicht mehr genügend Zeit für die Erledigung zu haben, zu.
Und so vergeht Tag um Tag, an dem man die wirklich wichtigen oder auch nur unangenehmen Angelegenheiten nicht in Angriff nimmt. Dabei gibt es eine relativ einfache Methode, sich selber zu motivieren: Die Sprache! Denken Sie einmal an so eine aufgeschobene Arbeit. Ich wette, diese Sätze beginnen mit: „Ich muss...“.
Und durch dieses „muss“ ist schon der Wurm drin, denn damit schalten wir automatisch auf Abwehr. Und wenn man sich gegen etwas wehrt, wird es anstrengend. Betrachten wir die Abwehr genauer. Ein Blick in das Duden Herkunftswörterbuch zeigt, dass Abwehr „sich wehren“ und „erfolgreich abwenden, vereiteln“ beinhaltet. Und sogar „warnen“ ist darin enthalten, also „sich vorsehen“! Man wehrt sich also gegen etwas, das man nicht will und versucht es zu vereiteln (den Anfang? das Ergebnis?). Das „muss“ bringt uns in eine „Achtung! Sieh dich vor“ – Position. Das alles hat irgendwie auch etwas mit Gefahr zu tun. Und wenn man glaubt, in Gefahr zu sein, richtet man seine ganze Aufmerksamkeit auf den bedrohlichen Zustand, um ihn erfolgreich abzuwehren. Was bleibt dann noch an Kraft und Energie für das Anfangen mit der Arbeit übrig? Genau! Ziemlich wenig. Jetzt könnte jemand sagen, dass von so einer lästigen Aufgabe mit Sicherheit keine Gefahr ausgeht. Das sagt Ihnen Ihr Verstand. Aber unser Gehirn arbeitet nun mal anders. Das klingt unglaublich? Glauben Sie mir einfach, dass es so ist. Soviel dazu.
Je nachdem, wie man etwas ausdrückt, verändert sich auch die Motivation, weil es sich anders anfühlt. Probieren wir es an zwei Beispielen aus. Lesen Sie die folgenden Texte aufmerksam durch und hören Sie in sich hinein, was sich wie anfühlt.
Privat-Beispiel: „Ich muss noch die Wohnung aufräumen und putzen.“
Und wie fühlt sich im Vergleich dazu das an? „Ich will eine saubere und aufgeräumte Wohnung, in der ich mich wohlfühle. In der die Energie frei fließt. J Was kann ich dafür tun?“
Business-Beispiel: „Ich muss den Bericht noch fertig machen.“
Und wie fühlt sich im Vergleich dazu das an? „Ich werde entsprechend der zeitlichen Möglichkeiten einen guten Bericht abliefern. Wie kann ich das erreichen?“
Was fühlt sich besser an? Ich wette, (heute bin ich scheinbar in Wettlaune), die zweite Äußerung. Wie kann man also eine „Muss“-Aufgabe in eine freundlich klingende, motivierende Aufgabe umformulieren? Es geht in drei Schritten: Man fasst erstens zuerst das Ziel ins Auge und gibt sich dann zweitens auf die zielführende Frage, was man dafür tun kann, drittens eine Antwort. Und so landet man mit der Frage, was man für das Ziel tun kann, bei der Frage nach dem nächsten konkreten Schritt und somit schließt sich der Kreis zum System „Wie ich die Dinge geregelt kriege“.
Für den Fall, dass Sie es gleich ausprobieren wollen. Wie geht es Ihnen damit?
Mittwoch, 25. März 2009
Licht-Vorräte anlegen
Wie steht es in Zukunft um Ihr Licht? Ich sage es gleich: Ich bin eine Befürworterin der Glühbirnen. Dafür verzichte ich schon immer großzügig auf jeden Stand-by-Modus. Nachdem das Verbot der Glühbirnen jetzt offiziell ist (bereits am 01. September d. J. werden 100 Watt und mehr und alle Glühbirnen mit Milchglas verboten) werde ich heute einmal nicht die Elektrosmog-Frage erörtern, sondern einige andere Aspekte beleuchten, die mit der Energiesparlampe zusammen hängen.
Die verlorengegangene Kultur. So habe ich das Verschwinden der Glühbirne noch nicht betrachtet: In „Capriccio“, einer Kultursendung des Bayerischen Fernsehens, wurde die Glühbirne zum Kulturgut ernannt. Lichtdesigner bewerten das Verschwinden der Glühbirne offensichtlich als Verfall unserer Kultur. Die Objekte und künstlerischen Installationen wirken eben mit der Glühbirne anders als mit dem Design und dem Licht der Energiesparlampe. Das war jetzt nur ein Nebenschauplatz. Jetzt zu anderen wichtigen Überlegungen, die mir unter den Nägeln brennen:
Die Energiesparlampe (ESL) enthält Quecksilber! Quecksilber gilt als das giftigste, nicht-radioaktive Element (ob das stimmt, weiß ich nicht). Vielleicht sollte ich gelegentlich meinen Schwib-Schwager fragen, der Chemiker ist? Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Hg unter 3 Millionen giftigen Substanzen an sechster Stelle stehen soll. Die UN und die EU planen, Hg ganz zu verbieten. Nur für ESL soll es Ausnahmen geben. Was nun? Ist Hg giftig oder nicht? Wenn es sogar verboten werden soll, warum dann diese Ausnahme? Wieder zurück zur ESL. Wenn diese Lampe zerbricht, dann sollte der Quecksilberdampf nicht eingeatmet werden. Haben Sie schon eine Atemschutzmaske zu Hause? Und die zerbrochenen Teile sollten zum persönlichen Schutz zusammengekehrt und nicht aufgesaugt werden. Das Ganze - auch wenn nicht zerbrochen - muss als Sondermüll entsorgt werden. Die ESL gehört auf keinen Fall in den Restmüll! Kennen Sie jemanden, der sich daran hält? Oder besser, der das überhaupt weiß, dass es Sondermüll ist? Hören Sie sich doch einmal um. Da werden Ihnen Augen und Ohren aufgehen.
ESL flimmern. Vielleicht haben Sie gelesen, dass die neue Generation der ESL, nicht mehr flimmern würde! Die Lampen flimmern trotzdem. Man muss sich das so vorstellen, dass das Gas in der Röhre dauernd an- und ausgeht. Damit das Auge das Flimmern, das dadurch entsteht, nicht sieht, hat man die Frequenz, mit der die Beleuchtung an- und ausgeht, einfach erhöht. So sieht es zwar das Auge nicht mehr bewusst, aber das vegetative Nervensystem nimmt es trotzdem wahr. In der Medizin gilt dieses Flimmern als Stressfaktor. Kommt da also politisch verordneter Stress auf uns zu?
Die ESL leuchten mit mehr Blauanteilen als die Glühbirnen. Und jetzt passen Sie auf! Man hat festgestellt, dass die Menschen im Durchschnitt um 3 Grad stärker einheizen, um das Kältegefühl, das durch die Blauanteile entsteht, zu kompensieren. Wie war das doch gleich wieder mit dem Energiesparen mit Hilfe der ESL? Ich habe gehört, dass die ESL deshalb zur Pflicht werden, weil damit Energie gespart werden soll. Ach ja! Vermutlich verwechsle ich da Stromsparen mit Heizenergie sparen. Wenn man Strom spart kann man ruhig mehr Heizenergie verbrauchen.
Die Farblichtverteilung der ESL ist ungünstiger als die der Glühbirne. Der hohe Blaulichtanteil gaukelt dem Menschen auch abends vor, dass es noch Tag ist. Die Glühbirne enthält dagegen wie das natürliche Abendlicht, mehr Rotanteile. Das veranlasst den Körper dazu, die Körperfunktionen abends auf Schlafenszeit umzuschalten. Lt. Öko-Test befürchten MedizinerInnen bei mehr Blauanteilen im Licht offensichtlich, dass die Melatonin-Produktion nicht so richtig in die Gänge kommen könnte, weil dem Körper gesagt wird: „Es ist Tag“. Welche Wirkungen der Blauanteil möglicherweise auf den Menschen haben könnte, weiß man noch nicht. Hier steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen.
Wer braucht heutzutage schon noch Melatonin? Melatonin ist u. a. zuständig für den Schlaf- und Wachrhythmus und für die Bekämpfung freier Radikale im Körper. Melatonin ist der stärkste freie Radikalenfänger, Vitamin C und E sind nichts dagegen. Die aggressiven Moleküle können Zellen entarten lassen. Das ist, wie wenn sich eine Meute hungriger Kampfhunde auf einen Menschen stürzen würde. Die Kampfhunde (die Radikale) stürzen sich auf den Menschen und beißen ein gesundes Stück Fleisch raus. Der Hund ist satt, der Mensch hat ein Problem. Deshalb braucht man Radikalenfänger, um die aggressiven Hunde in harmlose Teilchen umzuwandeln.
Weiter heißt es, dass die ESL beliebig oft an- und ausgeschaltet werden könnten, ohne dass sie dabei kaputt gingen. Die Technik wäre jetzt schon so weit, dass es den Lampen nichts mehr ausmacht, wenn sie oft geschaltet werden. Lesen Sie dazu folgendes Beispiel aus der Praxis und bilden Sie sich selbst ein Urteil: Einer meiner Kunden, ein Zahnarzt, hat mir folgendes erzählt: Im Treppenhaus des Gebäudes, in dem sich seine Praxis befindet, gibt es kein natürliches Tageslicht. Um dort Energiekosten zu sparen wurden ESL eingesetzt. Ab diesem Tag war es immer ziemlich duster, obwohl die gleiche Watt-Zahl verwendet worden war. Und es hat auch immer ziemlich lange gedauert, bis es heller geworden ist. Da mit der Praxis viel Publikumsverkehr im Treppenhaus ist, wird die Beleuchtung oft eingeschaltet. Die Leuchtmittel waren so oft kaputt, dass überhaupt kein Spareffekt entstanden ist, weil immer für teuren Nachschub gesorgt werden musste. Deshalb hat sich die Hausgemeinschaft dazu entschlossen, wieder Glühbirnen einzuschrauben.
Es gäbe noch vieles zu überlegen. Wer sich näher für dieses Thema interessiert kann das in der Zeitschrift „Öko-Test: Ratgeber Bauen, Wohnen und Renovieren Nr. N 0903“ nachlesen.
Wie ich damit umgehe? Ich schaffe uns einen Riesen-Vorrat an Glühbirnen an. Wir haben aus Überzeugung keine einzige ESL.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Energiesparlampen gemacht? Und was ich noch interessanter finde: Welche Erfahrungen haben Sie mit dem richtigen Entsorgen der kaputten ESL gemacht?
Donnerstag, 12 März 2009
Zeit und Geld sparen
Tatort: Ein Wirtshaus in Oberpöring (Wo??? Der nächst größere bekannte Ort ist Dingolfing - BMW-Werk). Zeit: Letzte Woche. Anlass: Ein Vortrag zum Thema „Feng Shui – Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden“ auf Einladung der Landfrauen. Ich frage: „Was haben Sie schon alles versucht, um sich zu Hause wohler zu fühlen?“ Die Frauen stellen sich ihr Haus vor, fangen an zu grübeln und antworten: „Wände neu streichen, neue Wandfarbe, aufräumen, Möbel umstellen, neue Vorhänge, neue Dekoration, Umbau (das wurde tatsächlich gesagt!)...“
Alles in Allem keine ungewöhnlichen Sachen. Und damit haben sie, ohne es zu wissen, Feng-Shui-Maßnahmen umgesetzt. Meine nächste Frage lautete: „Sind Sie mit dem Ergebnis immer zufrieden? Wenn Sie das Ergebnis sehen, haben Sie das Gefühl, dass es jetzt harmonisch ist?“ Und wie nicht anders zu erwarten, haben einige Frauen diese Frage verneint. War also die ganze Mühe, die man sich gemacht hat, umsonst? Hat man umsonst Zeit und Geld in die Auswahl von Stoffen, Farben und Dekorationsgegenständen investiert? Es ist schade, wenn man hinterher von seinen Mühen enttäuscht ist. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man lebt mit dieser unbefriedigenden Situation oder man investiert erneut Zeit und Geld und hofft, dass es beim zweiten Anlauf besser passt.
Will man auf das Risiko verzichten, mit „Versuch und Irrtum“ Fehlgriffe zu tun, kann man die Entscheidungen auf die Füße von Feng Shui stellen. Jetzt wird sich vielleicht jemand fragen: „Wieso brauche ich Feng Shui, wenn das doch dieselben Maßnahmen sind? Warum soll das Ergebnis mit Feng Shui besser sein?“ Der Unterschied besteht in der Methode, wie man Farben, Stoffe, Sitzplätze usw. optimal auswählt. Denn das alles und noch viel mehr kann man mit Feng Shui berechnen. An Hand der Berechnungen bekommt man konkrete Empfehlungen wie: An diese Wand passt eine gelbe Farbe, an diese rot, alternativ kann es auch ein rotes Bild im Erde-Format sein. Sie können das aufhängen, das ich im Flur gesehen habe... Um diesen Yin-Überhang auszugleichen wäre eine schlanke, nach oben strebende Pflanze gut geeignet. Am besten in einem schlanken, aufwärtsstrebenden Pflanztopf... Damit Sie sich am Esstisch wohler fühlen, probieren Sie den Platz dort am kurzen Ende des Tisches aus. Dann blicken Sie zwar in eine ungünstige Richtung, diese Herausforderung können Sie aber meistern, indem Sie einen grünen Gegenstand (z. B. Bild, Pflanze) in der Blickrichtung anbringen. Das reduziert die ungünstige Energie der Himmelsrichtung und stärkt gleichzeitig Ihre Elemente... Dieses Bild wirkt aggressiv. Idealerweise trennen Sie sich davon... Um zwischen den beiden Räumen ein Zusammengehörigkeitsgefühl herzustellen, streichen Sie die orange Farbe am besten um die Ecke... Um den ungünstigen 20-Jahre-Einfluss der Fliegenden Sterne zu reduzieren brauchen Sie dauerhaft Metall. Z. B. eine Metall-Wand-Farbe, Möbel aus Metall oder je nach Situation einen kleinen Metall-Gegenstand wie ein Newton-Pendel)...
Mit Hilfe von Feng Shui wirken die Maßnahmen seltsamerweise stimmig. Da wundere ich mich selber immer wieder. Um das Optimale aus einem Raum herauszuholen, ist Feng Shui ganz schön hilfreich. Und das Geld das man in eine Beratung investiert, macht sich bezahlt, weil man das Ergebnis genießt. Man holt es auch schnell wieder raus, weil man mit den Maßnahmen richtig liegt. Und von einem Feng-Shui-Konzept hat man lange was, weil man das auch für spätere Veränderungen nutzen kann. Man wird ja immer wieder mal neu streichen, andere Bilder aufhängen oder neue Kissenbezüge kaufen. Und dann weiß man auf Anhieb, was sich gut anfühlt. Das Geld, das man spart, weil man Fehlgriffe vermeidet, kann man entweder gut anlegen oder sich etwas Schönes gönnen. Und die Zeit, die man spart, lässt sich auch irgendwie füllen. Da fällt Ihnen bestimmt was ein, was Sie mit dieser Zeit anstellen können, oder?
Montag, 02. März 2009
Den Raum mit Energie bereichern
Nachdem unser schnuckeliges, kleines Fernsehgerät dabei war, den Trafo-Geist aufzugeben, haben wir uns entschlossen, der Wirtschaftskrise entgegenzuwirken und einen neuen Fernseher zu kaufen. Dieser sollte ein klein wenig größer sein, als der bisherige. Wir sind also in verschiedene Elektrofachmärkte marschiert, haben geguckt, Fachberatern zugehört und ein Gerät gekauft.
Der neue, etwas größere Fernseher passt wegen seiner neuen „Dimensionen“ nicht mehr an den alten Platz. Erfreulicherweise besitzen wir ein sehr flexibles Möbelsystem. Also mehrere Tage nachgedacht, uns vorgestellt, wie es aussehen könnte, Meterstab genommen, ausgemessen, Möbel umgestellt (ist eine gute Möglichkeit, um Energien wieder einmal in Bewegung zu bringen) und den neuen Fernseher aufgestellt. Und damit ergab sich aus Feng-Shui-Sicht eine Veränderung des Energieflusses.
Bisher diente der Fernseher nämlich als Blickfang in einer Tür-Fenster-Linie (nicht dass Sie glauben, das alte Gerät hätte das Wohnzimmer dominiert. Nein! Bei einer Bildschirmdiagonale von 41 cm ist das Risiko diesbezüglich sehr gering). Daneben stand eine buschige Pflanze, von der wir uns trennen wollten. Nachdem der Fernseher weg ist, hat die Pflanze einen neuen Job: sie dient als Blickfang. Ihre Aufgabe ist es, der Energie Halt zu geben, damit sie nicht schnurstracks durchs Fenster abfließt. Als ich das gesehen habe, hörte ich in meinem Kopf meine Feng-Shui-Stimme sagen: „Diese Pflanze brauchen wir“. Jetzt werden wir sie halt durch eine andere Pflanze ersetzen.
Mit so einfachen Mitteln wie einer Pflanze am richtigen Platz lässt sich Feng Shui umsetzen. Und um Energie zu bewegen, reicht es auch schon mal aus, den Frühjahrsputz (es darf natürlich auch der Sommer-, Herbst- oder Winterputz sein) als Anlass zu nehmen, um Möbel nach vorne zu rücken, zu gucken, was sich dahinter so alles angesammelt hat und dann wieder zurück zu stellen. Man hat damit nicht nur die Möbel, sondern auch die Energie bewegt. Das ist so ein befriedigendes Gefühl wie Keller aufräumen.
Als Energiebremse in einer Energie-Durchzugs-Linie dient alles, was diesen Zweck erfüllt. Es braucht nichts Spezielles dafür gekauft werden. Oft reicht es, wenn man irgendetwas, das man sowieso besitzt, woanders platziert. Mit diesen Mitteln, die dem Auge und damit der Energie Halt bieten, bleibt Energie im Raum und unterstützt den Menschen.
Übrigens hat die Wissenschaft festgestellt, dass man draußen solche Orientierungspunkte, die dem Auge Halt geben (z. B. Kunstwerke, Bäume, Farbe, markante Details) braucht, um sich wohlzufühlen. Mit Hilfe von auffälligen Details wird ein Raum lebendig, interessant und wohltuend (denken Sie bloß an trostlose, eintönige Trabantenstädte). Und wenn das für draußen gilt, nehme ich mir die Freiheit, zu behaupten, dass das auch für drinnen gilt. In die Sprache von Feng Shui übersetzt: Eine nicht unterbrochene Tür-Fenster-Linie bietet dem Auge keine Abwechslung. Mit Blickfängern bietet man dem Auge Halt, macht diesen Teil des Raumes interessanter und bremst die Energie. Dann flutscht diese nicht auf und davon, sondern bleibt im Raum, wovon der Mensch profitiert.
Mittwoch, 18. Februar 2009
Erfolgreich lernen am richtigen Platz?
Die Fachhochschule Deggendorf erlebt regen Zuspruch und platzt deshalb aus allen Nähten. Was liegt da näher, als die Gunst der Stunde zu nutzen und auf dem freigewordenen Nachbargrundstück eine Erweiterung zu bauen? So weit, so gut. Nur...
Auf dem besagten Grundstück stand bisher der städtische Schlachthof. Der wurde wegen roter Zahlen, anderen Schwierigkeiten und neuer EU-Vorschriften vor Kurzem geschlossen. Das ist es aber nicht alleine, was mich nachdenklich stimmt.
Ich habe noch ein anderes Bild im Kopf: Ein LKW fährt auf den Schlachthof ein. Der LKW-Fahrer treibt die verängstigt brüllenden Lämmer, Kühe, Schweine und Pferde aus dem LKW in den Schlachthof. Der Metzger greift sich das erste quiekende Schwein. Er setzt den Schuss-Bolzen an und drückt ab. Das Tier zappelt und zittert ein letztes Mal. Die Reise endet hier, wie könnte es anders sein, tödlich. Der Metzger nimmt ein Messer. Er schneidet dem Schwein den Hals auf. Blut strömt heraus.
Das ist es also, was hier passiert: Schmerz, Leid, Angst, Stress, Blut, das in Strömen fließt, Todesschreie und Todeskampf.
Und dann fällt mir die Geschichte vom Palazzo Dario in Venedig ein: Die BesitzerInnen geraten auffällig oft in finanzielle Schwierigkeiten, in Skandale und auffällig oft sterben sie oder ihre Angehörigen relativ bald, nachdem sie den Palazzo gekauft haben.
Halten wir an dieser Stelle also mal die Parallelen fest: Schlachthof entspricht Schmerz und Tod auf der einen Seite (wie beim Palazzo Dario) und finanziellen Schwierigkeiten auf der anderen Seite (wie beim Palazzo Dario). Und halten wir an dieser Stelle auch noch mal fest: Auf diese Grundfesten baut die FH ihre Erweiterung.
Wie wird wohl die Zukunft der FH aussehen? Bisher war sie sehr erfolgreich. In den Hochschul-Rankings belege sie lt. DZ regelmäßig Plätze weit vorne. Vielleicht gibt es in Zukunft ja Unterschiede zwischen den Lehrstühlen? Zwischen denen im alten Gebäude gegenüber denen im neuen Gebäude? Oder vielleicht haben die Verantwortlichen klammheimlich auch eine Erdheilung machen lassen? Oder vielleicht wird das alles ganz harmlos? In ein paar Jahren wissen wir mehr. Ich werde das im Auge behalten.
Donnerstag, 05.02.2009
Ein Glücks-Rezept für ein Unglückshaus
Vielleicht finden Sie es schrullig, wenn man sagt, dass die Geschichte eines Hauses den Menschen beeinflussen könnte? Das geht mir manchmal auch so. Allerdings schmökere gerade in einem Reiseführer über Venedig. Und was lesen meine Äuglein da? Eine Geschichte, die mir zu denken gibt. Stellen Sie sich vor, Sie leben...
im 15. Jahrhundert in Venedig. Ihr Nachbar Giovanni Dario baut nebenan seinen Palazzo. Die Familie zieht ein. Darios entzückende Tochter Marietta heiratet einen Mann. Sie lebt mit Mann, Maus und Kind im Palazzo. Es dauert nicht lange, da ist der Ehemann wirtschaftlich ruiniert. Und als ob das noch nicht genügen würde, wird er auch noch erstochen. Marietta begeht daraufhin Selbstmord. Und auch der Sohn gelangt in einen Hinterhalt und bereits 150 Jahre später existiert die Familie nicht mehr.
Die Erben verkaufen den Palazzo an einen armenischen Schmuckhändler, der in seinem neuen zu Hause in Geldschwierigkeiten gerät. Deshalb wechselt der Palast wieder einmal den Besitzer: Rawdon Brown. Der überschätzt sich finanziell und begeht Selbstmord. Und wieder ein neuer Besitzer. Der Dichter Henri de Regnier. Zur Abwechslung wird diesmal kurz nach dem Kauf weder gemeuchelt, noch Selbstmord begangen. Nein! De Regnier erkrankt an einer Infektion und stirbt daran. Dann ist der Amerikaner Charles Briggs als Besitzer an der Reihe. Er muss aus Venedig fliehen. Sein Liebhaber begeht in Mexiko Selbstmord.
Als nächster Kandidat will der Tenor Mario del Monaco den Palazzo 1964 kaufen. Während der Kaufverhandlungen erleidet er einen Verkehrsunfall, der ihn noch lange behindert. Aus dem Kauf wird dann erst mal nichts. Als Nächster versucht der Conte Giordano della Lanze in dem Palazzo sein Glück. Er lebt mit seinem Lebensgefährten im Palazzo. Der erschlägt ihn mit einer Vase. Der Lebensgefährte flieht und wird in London ermordet. Noch einer, der sein Glück mit dem Haus versucht: Kit Lambert, Manager der Rockband „The Who“. Kurz nach dem Kauf stürzt er in London eine Treppe hinunter. Tot. Eine andere Version sagt: Er stirbt an einem Gehirnödem. Egal. Tot ist tot. Achtziger Jahre. Der venezianische Geschäftsmann Fabrizio Ferrari meint, ihn kann nichts erschüttern und kauft den Palazzo. Er zieht mit seiner Schwester ein. Ferrari erlebt ein wirtschaftliches Fiasko und seine Schwester stirbt bei einem Verkehrsunfall.
Dann glaubt der Investor Raul Gardini, dass ihm das Haus nichts anhaben kann. Und was passiert ihm als Eigentümer? Finanziell schwierige Zeiten brechen an und er ist in Finanzskandale verwickelt. Als Ausweg sieht er – es ist schon fast langweilig - Selbstmord.
Dann war erst mal Ruhe... Weil den Palazzo keiner mehr haben wollte. Ts, ts. Ich verstehe gar nicht, warum? Und nun gehört der Palazzo einem amerikanischen Großkonzern. Ob das der Auslöser für die weltweit aktuelle Finanzkrise war, die von Amerika ausgegangen ist?
Und nun frage ich mich: Nur mal angenommen, Sie hätten die Chance, diesen Palazzo zu kaufen. Was würden Sie tun? Ich hätte ein Grummeln im Bauch. Auch wenn man darüber rätseln könnte, warum die BesitzerInnen reihenweise Pech hatten. Sicher ist: Wenn man die Geschichte dieses Hauses liest, könnte man den Eindruck bekommen, es wäre überaus vernünftig, sich mit der Vergangenheit des Hauses zu beschäftigen, bevor man sich so was antut.
Ach ja, bevor ich es vergesse: Hier noch das Glücks-Rezept. Vielleicht hätte einer der Eigentümer ja mal in den Canal Grande fallen sollen? Die Legende sagt, dass das Glück bringen soll.
Quellen: Baedeker-Reiseführer, Wikipedia